Was kostet ein neuer Privatpatient wirklich?
Wenn Praxisinhaber nach Marketingkosten fragen, bekommen sie meist eine von zwei Antworten: eine Agentur-Floskel („kommt darauf an") oder eine Klickpreis-Tabelle, die mit dem tatsächlichen Ergebnis wenig zu tun hat. Für eine Investitionsentscheidung taugt beides nicht.
Deshalb hier echte Zahlen: anonymisierte Auswertungen aus Patientengewinnungs-Systemen, die wir für Praxen in Deutschland und Österreich betreiben. Keine Branchenschätzungen, keine US-Studien.
Drei Kostenebenen – und welche für Ihre Praxis die richtige ist
Der häufigste Fehler bei Marketing-Entscheidungen ist, auf der falschen Ebene zu rechnen:
| Ebene | Was gezählt wird |
|---|---|
| Kosten pro Klick | Jemand klickt auf eine Anzeige oder ein Suchergebnis. Eine reine Zwischengröße – ohne Aussagekraft für die Praxis. |
| Kosten pro qualifizierter Anfrage | Ein passender Interessent hinterlässt Kontaktdaten oder ruft an. Die richtige Steuergröße für Praxen, die ihre Termine selbst am Empfang vergeben. |
| Kosten pro gebuchtem Termin | Ein Ersttermin steht mit Name und Kontaktdaten im Kalender. Die richtige Steuergröße überall dort, wo online gebucht wird. |
Welche der beiden unteren Ebenen die passende ist, entscheidet nicht die Agentur, sondern die Praxisorganisation. Manche Praxen wollen ausdrücklich selbst mit jedem Interessenten sprechen, bevor ein Termin vergeben wird – dort ist die qualifizierte Anfrage das Ergebnis. Andere lassen direkt online buchen – dort zählt der gebuchte Termin. Beides ist sauber messbar. Nicht messbar ist nur die Klickebene, und genau auf ihr wird am häufigsten berichtet (mehr dazu: Warum Klicks keine Patienten sind).
Kosten pro qualifizierter Anfrage nach Fachrichtung
Die folgenden Werte stammen aus laufenden Systemen. Eine Anfrage ist dabei dedupliziert gezählt: ein ausgefülltes Kontaktformular oder ein unabhängiger Anruf über die Kampagne – nicht beides doppelt.
| Fachrichtung | Kosten pro qualifizierter Anfrage |
|---|---|
| Allgemeinmedizin / privatärztliches Zentrum | ca. 15–25 € |
| Physikalische / Manuelle Medizin | ca. 20–25 € |
| Orthopädie (Privat / Selbstzahler) | ca. 34–45 € |
| Spezialisierte Chirurgie | ca. 36 € |
| Innere Medizin (mehrere Fachbereiche) | ca. 80 € |
Beobachtete Spannen aus laufenden Systemen, 30-Tage-Fenster, Stand: Juli 2026. Einzelne Monate können abweichen.
Die Unterschiede zwischen den Fachrichtungen sind erheblich – und sie sagen nichts darüber aus, ob sich eine Praxis „lohnt". Entscheidend ist immer das Verhältnis zum Patientenwert, nicht die absolute Zahl.
Kosten pro gebuchtem Termin
Zwischen Anfrage und Kalendereintrag verliert jede Praxis einen Teil der Interessenten: nicht erreichbar, andere Leistung gesucht, kein passender Termin frei. In Systemen, die Buchungen getrennt messen, liegt ein gebuchter Ersttermin zwischen rund 50 € und 130 €.
Zwei reale Beispiele aus demselben Zeitraum:
- Ein privatärztliches Zentrum erzeugte 114 qualifizierte Anfragen in 30 Tagen bei 16,70 € pro Anfrage – bei nur rund 20 buchbaren Ersttermin-Slots im Monat. Hier lag die Grenze nicht beim Budget, sondern beim Kalender.
- Eine orthopädische Praxis mit Online-Buchung erreichte 24 gebuchte Ersttermine in 30 Tagen bei rund 126 € pro Buchung – teurer pro Termin, dafür ohne einen einzigen Rückruf durch das Praxisteam.
Die Lehre daraus ist weniger eine Zahl als eine Reihenfolge: Erst klären, wie viele Ersttermine die Praxis überhaupt aufnehmen kann – dann über Budget sprechen.
Rechnet sich das?
Ob 50 € oder 130 € pro Termin teuer sind, entscheidet allein der Patientenwert. Ein Privatpatient bringt je nach Fachrichtung mehrere hundert bis über tausend Euro, bei Behandlungsserien oder Eingriffen deutlich mehr. Selbst am oberen Ende der Terminkosten liegt das Verhältnis von Patientenwert zu Akquisitionskosten in gesunden Systemen bei etwa 3:1 bis 8:1.
Für eine eigene Einschätzung: Der Praxis-Potenzial-Rechner rechnet mit genau diesen realen Kostenspannen – konservativ und ohne Angabe von Kontaktdaten.
Methodik
Grundlage sind anonymisierte Auswertungen laufender Kampagnensysteme für Praxen in Deutschland und Österreich (30-Tage-Fenster, Stand Juli 2026). Anfragen werden dedupliziert gezählt (Kontaktformular + unabhängige Anrufe; Buchungen als Teilmenge, nicht zusätzlich). Aus Diskretion nennen wir keine Praxisnamen und keine Städte – hinter jeder Zahl steht eine echte Praxis. Die Spannen sind beobachtete Werte, keine Garantien: Region, Wettbewerb, Leistungsspektrum und Terminverfügbarkeit verändern das Ergebnis.
Wie viele Termine sind in Ihrer Region realistisch?
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