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Agenturauswahl

Woran erkennt man eine seriöse Praxismarketing-Agentur?

Von Radim Hart · Veröffentlicht: 17. August 2026 · Zuletzt geprüft: 17. August 2026
KurzantwortEine seriöse Praxismarketing-Agentur definiert vorab schriftlich, was sie liefert (gebuchte Termine, nicht Klicks), legt ihre Kennzahlen offen, arbeitet nur mit einer Praxis pro Fachrichtung und Region, kennt HWG und Berufsrecht und gibt Ihnen Zugriff auf alle Konten und Daten. Warnsignale sind Berichte über Impressionen statt Termine, lange Mindestlaufzeiten ohne Ausstieg, Erfolgsversprechen ohne Bedingungen und fehlender Datenzugang.

Praxismarketing ist ein Markt ohne Zugangshürde: Jeder darf sich Agentur nennen. Für Praxisinhaber, die weder Zeit noch Vergleichsmaßstab haben, ist die Auswahl deshalb ein Blindflug – und ein teurer, wenn er schiefgeht.

Diese Liste ist bewusst so geschrieben, dass Sie sie im Gespräch abarbeiten können. Sie funktioniert auch bei uns.

Die 12 Fragen

Zum Ergebnis

  1. Was genau schulden Sie mir – und in welcher Einheit wird das gemessen?
    Gute Antwort: gebuchte Ersttermine im Praxiskalender. Schlechte Antwort: Sichtbarkeit, Reichweite, Klicks, „Leads".
  2. Was zählt bei Ihnen als „Termin"?
    Es muss eine schriftliche Definition geben: identifizierbare Person, Kontaktdaten, gewünschte Leistung, freier Kalendereintrag. Ohne Definition ist jede Zahl verhandelbar.
  3. Wie behandeln Sie Doppelbuchungen, Absagen und Nichterscheinen?
    Wer darauf keine klare Regel hat, hat noch nie sauber abgerechnet.
  4. Welche Zahlen bekomme ich monatlich – und welche davon sind Ergebnis, welche Zwischenschritt?
    Details dazu im Beitrag Warum Klicks keine Patienten sind.

Zu Geld und Vertrag

  1. Wie teilt sich das Honorar zwischen Ihrer Leistung und dem Werbebudget auf?
    Beides muss getrennt ausgewiesen sein. Wenn eine Agentur Ihr Werbebudget nicht offenlegt, verdient sie in der Regel daran mit.
  2. Auf wessen Namen laufen Werbekonten, Website und Daten?
    Richtig: auf Ihren. Sonst verlieren Sie beim Wechsel alles – Historie, Zielgruppen, gelernte Kampagnendaten.
  3. Wie lange ist die Mindestlaufzeit, und wie komme ich wieder heraus?
    Ein Aufbau braucht realistisch 8–12 Wochen (siehe Anlaufkurve). Alles über 6 Monate Bindung ohne Ausstiegsklausel dient der Agentur, nicht Ihnen.
  4. Was passiert, wenn das vereinbarte Ergebnis nicht erreicht wird?
    Es sollte eine konkrete Folge geben. Wichtiger als die Höhe ist, dass die Bedingungen vollständig und vorab schriftlich sind.

Zu Fachlichkeit und Diskretion

  1. Betreuen Sie auch meine direkte Konkurrenz?
    Wer im selben Ort zwei Praxen derselben Fachrichtung betreut, bietet beiden weniger. Fragen Sie nach Gebietsschutz – schriftlich.
  2. Wie stellen Sie sicher, dass meine Werbung HWG- und berufsrechtskonform ist?
    Sie haften für Werbung, die in Ihrem Namen läuft – auch wenn die Agentur sie formuliert hat. Grundlagen: Was ist Ärzten erlaubt?
  3. Wie viele Praxen betreuen Sie – und wer arbeitet konkret an meinem Konto?
    Große Kundenzahl ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend: Bleibt der Ansprechpartner derselbe?
  4. Können Sie Ergebnisse zeigen – und wie belegen Sie sie?
    Ernstzunehmende Anbieter zeigen Zahlen mit Methodik. Fehlen Namen aus Diskretionsgründen, sollten dafür Zeitraum, Ausgangslage und Zählweise offenliegen (Beispiel: unsere Kostendaten).

Fünf Warnsignale

SignalWarum es problematisch ist
„Wir garantieren Ihnen X Neupatienten" – ohne Ihren Kalender gesehen zu habenOhne Kapazitätsprüfung ist jede Zusage geraten. Häufig ist der Kalender der Engpass, nicht das Budget.
Monatsbericht besteht aus Impressionen, Klicks, KlickrateDie falsche Ebene wird gemessen – und meist auch die falsche Leistung erbracht.
„0 € Risiko"Fast nie zutreffend: Werbebudget, Personalzeit und entgangene Zeit sind reale Kosten.
Werbekonto läuft auf die AgenturWechselkosten steigen künstlich; Sie sehen Ihre eigenen Daten nicht.
Kein Wort zu HWG, Berufsordnung oder DatenschutzWer das Regelwerk nicht kennt, produziert Ihr Abmahnrisiko mit.
Der schnellste Test im Erstgespräch: Fragen Sie „Woran würden Sie in drei Monaten selbst erkennen, dass es nicht funktioniert hat?" Wer darauf keine konkrete Zahl nennt, hat keinen Maßstab – und wird später jeden Verlauf zum Erfolg erklären.

Was ein gutes Erstgespräch leisten sollte

Ein seriöses Erstgespräch endet nicht zwingend mit einem Angebot. Es sollte drei Dinge klären: ob es in Ihrer Region überhaupt genug Nachfrage gibt, ob Ihre Praxis die zusätzlichen Termine aufnehmen kann, und was ein Patient Ihnen tatsächlich wert ist. Fehlt einer dieser Punkte, ist die spätere Zahl nicht belastbar.

Wenn Sie die Nachfrage in Ihrer Region vorab selbst prüfen möchten: der Nachfrage-Check wertet echte Google-Suchdaten für Ihre Fachrichtung und Ihren Ort aus.

Radim Hart
M.Eng. Bc. Radim HartGründer von DAM – Digitale Akquise Medizin. Betreut ausschließlich Arztpraxen, Privatpraxen und Wahlärzte in Deutschland und Österreich – gemessen an gebuchten Patiententerminen. Mehr über DAM →

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