Woran erkennt man eine seriöse Praxismarketing-Agentur?
Praxismarketing ist ein Markt ohne Zugangshürde: Jeder darf sich Agentur nennen. Für Praxisinhaber, die weder Zeit noch Vergleichsmaßstab haben, ist die Auswahl deshalb ein Blindflug – und ein teurer, wenn er schiefgeht.
Diese Liste ist bewusst so geschrieben, dass Sie sie im Gespräch abarbeiten können. Sie funktioniert auch bei uns.
Die 12 Fragen
Zum Ergebnis
- Was genau schulden Sie mir – und in welcher Einheit wird das gemessen?
Gute Antwort: gebuchte Ersttermine im Praxiskalender. Schlechte Antwort: Sichtbarkeit, Reichweite, Klicks, „Leads". - Was zählt bei Ihnen als „Termin"?
Es muss eine schriftliche Definition geben: identifizierbare Person, Kontaktdaten, gewünschte Leistung, freier Kalendereintrag. Ohne Definition ist jede Zahl verhandelbar. - Wie behandeln Sie Doppelbuchungen, Absagen und Nichterscheinen?
Wer darauf keine klare Regel hat, hat noch nie sauber abgerechnet. - Welche Zahlen bekomme ich monatlich – und welche davon sind Ergebnis, welche Zwischenschritt?
Details dazu im Beitrag Warum Klicks keine Patienten sind.
Zu Geld und Vertrag
- Wie teilt sich das Honorar zwischen Ihrer Leistung und dem Werbebudget auf?
Beides muss getrennt ausgewiesen sein. Wenn eine Agentur Ihr Werbebudget nicht offenlegt, verdient sie in der Regel daran mit. - Auf wessen Namen laufen Werbekonten, Website und Daten?
Richtig: auf Ihren. Sonst verlieren Sie beim Wechsel alles – Historie, Zielgruppen, gelernte Kampagnendaten. - Wie lange ist die Mindestlaufzeit, und wie komme ich wieder heraus?
Ein Aufbau braucht realistisch 8–12 Wochen (siehe Anlaufkurve). Alles über 6 Monate Bindung ohne Ausstiegsklausel dient der Agentur, nicht Ihnen. - Was passiert, wenn das vereinbarte Ergebnis nicht erreicht wird?
Es sollte eine konkrete Folge geben. Wichtiger als die Höhe ist, dass die Bedingungen vollständig und vorab schriftlich sind.
Zu Fachlichkeit und Diskretion
- Betreuen Sie auch meine direkte Konkurrenz?
Wer im selben Ort zwei Praxen derselben Fachrichtung betreut, bietet beiden weniger. Fragen Sie nach Gebietsschutz – schriftlich. - Wie stellen Sie sicher, dass meine Werbung HWG- und berufsrechtskonform ist?
Sie haften für Werbung, die in Ihrem Namen läuft – auch wenn die Agentur sie formuliert hat. Grundlagen: Was ist Ärzten erlaubt? - Wie viele Praxen betreuen Sie – und wer arbeitet konkret an meinem Konto?
Große Kundenzahl ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend: Bleibt der Ansprechpartner derselbe? - Können Sie Ergebnisse zeigen – und wie belegen Sie sie?
Ernstzunehmende Anbieter zeigen Zahlen mit Methodik. Fehlen Namen aus Diskretionsgründen, sollten dafür Zeitraum, Ausgangslage und Zählweise offenliegen (Beispiel: unsere Kostendaten).
Fünf Warnsignale
| Signal | Warum es problematisch ist |
|---|---|
| „Wir garantieren Ihnen X Neupatienten" – ohne Ihren Kalender gesehen zu haben | Ohne Kapazitätsprüfung ist jede Zusage geraten. Häufig ist der Kalender der Engpass, nicht das Budget. |
| Monatsbericht besteht aus Impressionen, Klicks, Klickrate | Die falsche Ebene wird gemessen – und meist auch die falsche Leistung erbracht. |
| „0 € Risiko" | Fast nie zutreffend: Werbebudget, Personalzeit und entgangene Zeit sind reale Kosten. |
| Werbekonto läuft auf die Agentur | Wechselkosten steigen künstlich; Sie sehen Ihre eigenen Daten nicht. |
| Kein Wort zu HWG, Berufsordnung oder Datenschutz | Wer das Regelwerk nicht kennt, produziert Ihr Abmahnrisiko mit. |
Was ein gutes Erstgespräch leisten sollte
Ein seriöses Erstgespräch endet nicht zwingend mit einem Angebot. Es sollte drei Dinge klären: ob es in Ihrer Region überhaupt genug Nachfrage gibt, ob Ihre Praxis die zusätzlichen Termine aufnehmen kann, und was ein Patient Ihnen tatsächlich wert ist. Fehlt einer dieser Punkte, ist die spätere Zahl nicht belastbar.
Wenn Sie die Nachfrage in Ihrer Region vorab selbst prüfen möchten: der Nachfrage-Check wertet echte Google-Suchdaten für Ihre Fachrichtung und Ihren Ort aus.
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