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Patientengewinnung

Wie viele Patiententermine sind pro Monat realistisch?

Von Radim Hart · Veröffentlicht: 14. August 2026 · Zuletzt geprüft: 14. August 2026
KurzantwortEtablierte Patientengewinnungs-Systeme erreichen in unseren laufenden Praxen 12–16 gebuchte Ersttermine pro Woche; der Aufbau dauert in der Regel 8–12 Wochen. Ein dokumentierter Fall stieg in 12 Wochen von 4 auf 23 wöchentliche Buchungen. Die häufigste Grenze ist dabei nicht das Werbebudget, sondern die Terminverfügbarkeit der Praxis selbst – wer nur 20 freie Ersttermin-Slots im Monat hat, kann nicht 60 Neupatienten aufnehmen.

„Wie viele neue Patienten bringt mir das?" ist die berechtigste Frage, die ein Praxisinhaber einer Agentur stellen kann – und sie bekommt am seltensten eine ehrliche Antwort. Entweder wird eine Fantasiezahl versprochen oder ausweichend auf „viele Faktoren" verwiesen.

Beides ist unnötig. Es gibt reale Daten dazu, wie Patientengewinnung anläuft und wo sie ihre Grenzen findet. Hier sind unsere.

Die Anlaufkurve: was in den ersten 12 Wochen passiert

Kein seriöses System liefert ab Tag eins Vollauslastung. Der typische Verlauf in unseren Praxen:

PhaseZeitraumWas Sie sehen
AufbauWoche 1–2Alles steht bereit, erste Sichtbarkeit entsteht
AnlaufWoche 2–4Erste Anfragen und Buchungen kommen herein
OptimierungWoche 4–8Die Zahlen werden stabiler, die Kosten pro Termin sinken
Etabliertab Woche 8–12Verlässliche wöchentliche Buchungszahlen, planbare Auslastung

Ein dokumentierter Fall aus unserer Arbeit: Eine Wahlarztpraxis (Orthopädie, Wien) startete mit rund 4 Neupatienten-Buchungen pro Woche und erreichte nach 12 Wochen 23 – ein Anstieg von über 300 %, der seither das Fallbeispiel auf unserer Startseite ist. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, kein Durchschnitt: Es traf ein starkes Leistungsangebot auf eine Region mit hoher Nachfrage und – entscheidend – auf einen Kalender mit genügend freien Slots.

Was etablierte Systeme dauerhaft liefern

Über unsere laufenden Praxen hinweg liegen etablierte Systeme bei 12–16 gebuchten Erstterminen pro Woche – also grob 50–70 pro Monat. Die Bandbreite ist je nach Fachrichtung und Region unterschiedlich; die zugehörigen Kosten je Termin haben wir im Beitrag Was kostet ein neuer Privatpatient? offengelegt.

Wichtiger als die Spannbreite ist aber ein Punkt, der fast immer übersehen wird:

Die echte Grenze ist meist der Kalender, nicht das Budget

Ein reales Beispiel aus einem unserer Systeme: Ein privatärztliches Zentrum erzeugte konstant rund 68 qualifizierte Anfragen pro Monat – hatte aber nur etwa 20 buchbare Ersttermin-Slots im selben Zeitraum. Mehr Werbebudget hätte hier keinen einzigen zusätzlichen Patienten gebracht; es hätte nur Anfragen erzeugt, die nie einen Termin bekommen.

Vor jeder Skalierungsentscheidung steht deshalb die Kapazitätsrechnung:

  1. Wie viele Ersttermin-Slots pro Woche kann die Praxis tatsächlich anbieten (nicht theoretisch, sondern im echten Kalender)?
  2. Wie schnell wird gebucht? Anfragen, die 48 Stunden liegen bleiben, buchen woanders.
  3. Wie viele erscheinen? Mit Erinnerungsprozessen sind rund 90 % Erscheinungsquote erreichbar – ohne deutlich weniger.
Wenn Ihnen jemand „60+ Neupatienten pro Monat" verspricht, ohne vorher Ihren Kalender gesehen zu haben, ist das kein Angebot, sondern ein Warnsignal. Die seriöse Reihenfolge ist umgekehrt: erst Kapazität und Nachfrage prüfen, dann eine Zahl nennen.

Wie Sie Ihre eigene realistische Zahl finden

Drei Größen bestimmen das Ergebnis: die echte Suchnachfrage in Ihrer Region, Ihre Terminkapazität und der Wert eines Patienten (der entscheidet, welches Budget sinnvoll ist). Zwei davon können Sie sofort prüfen:

Und ob Ihre Region überhaupt frei ist, klärt ein kurzes Gespräch: Wir arbeiten pro Fachrichtung und Gebiet nur mit einer Praxis (warum, steht hier).

Methodik

Alle Zahlen stammen aus anonymisierten Auswertungen laufender Patientengewinnungs-Systeme in Deutschland und Österreich (Stand Juli 2026): wöchentliche Buchungszahlen aus Praxiskalendern bzw. Buchungssystemen, Anfragen dedupliziert (Formular + unabhängige Anrufe). Der Fall „4 → 23 Buchungen" ist ein dokumentierter Einzelfall über 12 Wochen, kein Durchschnittswert. Beobachtete Werte, keine Garantien – Region, Wettbewerb, Leistungsangebot und Terminverfügbarkeit verändern das Ergebnis.

Radim Hart
M.Eng. Bc. Radim HartGründer von DAM – Digitale Akquise Medizin. Betreut ausschließlich Arztpraxen, Privatpraxen und Wahlärzte in Deutschland und Österreich – gemessen an gebuchten Patiententerminen. Mehr über DAM →

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